«Ein Caterer ist sicher günstiger als das Restaurant.» Diesen Satz höre ich bei Hochzeitspaaren erstaunlich oft, und er hält sich hartnäckig. Ob er stimmt, hängt allerdings von einigen Dingen ab, die man auf den ersten Blick leicht übersieht. Die Frage «Catering oder Restaurant?» gehört zu den ersten grossen Entscheidungen der Planung, denn sie bestimmt, wie viel Organisation auf euch zukommt und wie entspannt ihr am Hochzeitstag unterwegs seid. Nach über 250 begleiteten Hochzeiten kann ich sagen: Beide Wege können wunderbar funktionieren, wenn man ihre Eigenheiten kennt.
Warum das Restaurant selten teurer ist, als es scheint
Viele Paare vermuten, dass ein Caterer das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Rechnet man aber alles zusammen, kippt dieses Bild oft. Ein Caterer braucht Servicepersonal, und auch Geschirr, Besteck, Gläser, Tische und Stühle wollen organisiert sein. Dazu kommt die Dekoration, die in einem fertig eingerichteten Restaurant oder Hotel schon zu einem grossen Teil steht. Und nicht zu vergessen: Wenn ihr eine freie Location mietet, fällt zusätzlich eine Raummiete an. Wie überall gibt es günstigere und teurere Anbieter, aber ein Restaurant oder Hotel mit passendem Saal ist unter dem Strich häufig die preiswertere Lösung. Es lohnt sich deshalb, bei jeder Variante die Gesamtkosten zu vergleichen und nicht nur den Preis pro Menü.
Der unsichtbare Aufwand hinter einer eigenen Location
Mindestens so wichtig wie das Geld ist die Zeit. Wählt ihr eine Location ohne eigene Küche, organisiert ihr plötzlich vieles selbst: die Möblierung, den Auf- und Abbau, die Abstimmung zwischen Caterer, Dekoration und Musik, manchmal sogar die Entsorgung. Auch das Aufräumen nach dem Fest bleibt an euch oder euren Helfern hängen, ausser ihr organisiert dafür jemanden. Ein Restaurant nimmt euch genau diese Dinge ab. Ihr habt eine Ansprechperson, einen eingespielten Service und müsst am Abend nicht noch Stühle stapeln. Gerade bei einer Hochzeit, bei der ihr den Tag eigentlich geniessen wollt, ist das ein Vorteil, der sich kaum in Franken beziffern lässt.
Wann sich ein Caterer wirklich lohnt
Es gibt aber klare Fälle, in denen ein Caterer die richtige Wahl ist. Wenn ihr von einer ganz besonderen Location träumt, etwa einer Burg, einem Bauernhof, einer Scheune oder einem Platz direkt am See, die nicht zu einem Restaurant gehört, führt kein Weg an einem Caterer vorbei. In der Zentralschweiz gibt es dafür unzählige reizvolle Orte, vom Landgut über dem Vierwaldstättersee bis zum Hof im Hinterland. Mein Tipp: Fragt euren Wunschcaterer früh an, was er alles übernimmt. Viele Anbieter organisieren neben dem Essen auch Mobiliar, Geschirr, Getränke und Personal und nehmen euch so einen grossen Teil der Arbeit ab. Je mehr aus einer Hand kommt, desto weniger müsst ihr selbst koordinieren.
Der Apéro: Hier ist ein Caterer fast unverzichtbar
Auch wenn das Hauptessen im Restaurant stattfindet, spielt ein Caterer bei einem anderen Teil des Tages eine grosse Rolle: beim Apéro. Dieser findet oft in der Nähe der Kirche oder Kapelle statt, an einem Ort also, der nicht zwingend zu einem Restaurant gehört. Der Aufwand ist hier deutlich kleiner, weil kein grosses Servicepersonal für ein mehrgängiges Menü nötig ist, und genau deshalb ist ein Caterer dafür ideal. Wichtig ist, dass ihr ihm eine ungefähre Gästezahl nennt, damit er Mengen und Personal richtig planen kann. Wer den Apéro im Freien feiert, sollte zudem einen Plan B für schlechtes Wetter bereithalten. Ein gut organisierter Apéro ist übrigens auch für uns Fotografen ein Geschenk, denn hier entstehen viele der entspanntesten und fröhlichsten Bilder des Tages.
